Junak – Verfügbarkeit der Maschinen in 2017 [oder: wer kennt hier die Marke aus Polen?]

Junak ist doch der, ja sag mal, der aus Tschechien der dir die Wand hochgezogen hat, oder? –  Nee, der hieß Pavel, mein Moped ist „von Junak“ du Pfeife.

Es ist März 2017 und die Motorrad Saison ist nach der langen Winterpause endlich gestartet.

Wer in den letzten Monaten das Jucken in der rechten Hand kaum unterdrücken konnte darf nun wieder unserem schönsten Hobby nachgehen. Jaaaaa endlich, so denken auch die fleißigen Motorradhändler um die Ecke, die haben seit Anfang März diesen Jahres ihre Produkte in den Ausstellungsräumen fleißig auf Hochglanz poliert.

Anders bei dem Nischenhersteller Junak, der im Heimatland Polen mäßig erfolgreiche Hersteller von Mopeds, Motorrollern und Motorrädern hat zum Saisonstart zwar fleißig neue Produkte angepriesen, kann aber zum Saison Auftakt diese Produkte nur bedingt liefern. Da stöhnt die Händlerschaft und bemerkt ganz nebenbei das viele Motorräder voraussichtlich erst zum Mai 2017 lieferbar sein sollen. Vorsicht, diese Angabe der Lieferfähigkeit ist ohne Gewähr. Schuld ist wohl die neue Euronorm 4, diese Norm hat auch bei vielen anderen Herstellern dazu geführt das einige Produkte aus dem Programm gefallen und einige neue Highlights erst zur Mitte diesen Jahres zu erwarten sind. Jeder Hersteller wusste im Vorfeld von der Euro 4 und hatte genügend Zeit zu reagieren, es ist nicht verständlich das einige der Hersteller nun angeblich Probleme haben sollen.

Zurück zum Thema Junak:

Junak will immer noch den Expansionskurs gehen und versucht seit Jahren mit den polnischen Zweirädern in Deutschland Fuß zu fassen. Leider fehlt hierzulande die Werbung für die Produkte aus der nahen Nachbarschaft und natürlich fehlen auch die Produkte selbst. Alleine der Wille ein noch relativ unbekanntes Unternehmen am Markt zu etablieren reicht da nicht aus und es fehlt ein flottes Marketingkonzept.

Wie sagt mein Mentor Klaus Lammel immer so schön: „Wo ein Wille ist da ist auch ein Gebüsch, aber dann muss man auch etwas tun“.

Facebook? Fehlanzeige, alles nur in der polnischen Landessprache. Anfragen deutscher Händler und auch deutscher Kunden direkt über die polnische Webseite des Herstellers bleiben zu 99 Prozent unbeantwortet, wir leben in einer durch Medien bestimmten Welt, da passt es nicht in diese Zeit keine Rückmeldung zu erhalten. Da bleibt nur der Weg über den deutschen Importeur, der ist allerdings durch seine Arbeit leider zeitlich sehr begrenzt erreichbar. Alles weitere den Händlern vor Ort zu überlassen ist nicht der richtige Weg, denen fehlt die Möglichkeit großflächig zu werben und auch die Zeit sich nur ausschließlich mit dieser Nischenmarke zu beschäftigen.

 

Im Bild die Junak M16 400 ccm – 29 PS, dieses Modell gibt es auch als 125 ccm Ausführung

Schade um diese interessante Marke, die Maschinen müssen sich vor den Produkten der großen Hersteller nicht verstecken, ganz im Gegenteil denn die Verarbeitung ist sauber, die Qualität wirkt gut und das Fahrverhalten der verschiedenen Fahrzeuge ist erfreulich. Dazu ist die Preisgestaltung gegenüber der Konkurrenz erstaunlich günstig, was daran liegt das die Fertigung der Maschinen in China stattfindet. Natürlich werden diese Zweiräder nach den Bedürfnissen der westlichen Länder gebaut, denn hier leben nun mal die empfindlichsten Kunden der gesamten Weltbevölkerung. Besteht ein Produkt den z.B. sensibeln deutschen Markt kann es ohne weitere Probleme überall woanders verkauft werden.

Junak RS125Pro, die 125 ccm Premiumklasse – ein bisschen Japan und „auch“ deswegen sehr gut.

Alle aktuellen Junak Motorräder ab der 125 ccm Klasse erhalten für dieses Jahr eine elektronische Einspritzanlage. Bei den Bremsanlagen gibt es innerhalb der Modellpalette starke Unterschiede, gibt es bei der Junak M11 Cafe ein ABS so findet der Käufer an der Junak RS125 ein Kombi Bremssystem kurz CBS, bei der RS125 Pro vielleicht wieder ein ABS.

Der Hersteller fährt hier zweigleisig und lässt nicht erkennen für welches System er sich zukünftig entscheidet. Die normale RS 125 ohne die Bezeichnung Pro erhält auf jeden Fall ein CBS System das mit einer Bremstrommel hinten kombiniert wird. Dieser Schritt wirkt ein wenig antiquiert obwohl die Trommelbremse der RS 125 eine gute Wirkung erzielt, hier wird wohl aus Kostengründen minimal nachgerüstet damit der Verkaufspreis unten bleibt. Ein Schritt hin zur Scheibenbremse hinten würde diesem Modell allerdings besser zu Gesicht stehen. Die Pro Version der RS125 bringt die Bremsscheibe hinten bereits von Hause aus mit, es wäre also ein Leichtes die nicht Pro Version damit umzurüsten, manche Entscheidungen muss man nicht verstehen.

Junak M12 Vintage 125 ccm, a little bit Milwaukee from Poland 😉

Ein Miniwinni Schwank aus der Modellpalette:

Bei dem Modell M12 Vintage 125 ccm erkennt der Betrachter das der Blick bei der Entwicklung dieser Maschine weit über den westlichen Teich ging und die großen Brüder aus Milwaukee hier persönlich Modell gestanden haben. Kein schlechter Style aber hier vermisse ich persönlich ein wenig Eigenständigkeit wie bei der RS125, dort sind zwar Anleihen aus Japan zu erkennen aber trotzdem sieht diese Junak ganz schön cool aus und weil diese Maschine wirklich gut fährt mag ich sie persönlich sehr.

Eine alte  Bekannte wie die weiter oben gezeigte M16 bleibt mit leicht verändertem Hubraum im Programm und zeigt ungeniert das dessen Gene von der chinesischen Regal Raptor Maschine abstammt. Ab sofort gibt es die M16 also nur noch mit einem größeren 400ccm abmessenden Motor und einer gesteigerten Leistung von 29 PS, mit dem Hubraumzuwachs sowie der Mehrleistung geht es wohl ab sofort besser voran, denn das Eigengewicht der M16 liegt bei strammen 190 Kilogramm.

Junak 125 Racer – Neu im Programm –

Gänzlich neu im Programm ist auch die Junak 125 Racer, wobei der Name hier weniger Programm sein sollte da der Motor nur etwas mehr als 10 PS auf die Kurbelwelle streichelt. Die Optik wirkt dagegen sehr sportlich aggressiv, die Bremse ist auch hier ein CBS und der Preis ist mal wieder erfreulich niedrig. Der Rahmen scheint identisch mit dem der 122er Baureihe bzw. könnte auch von der Junak 904 abstammen. Ob dieses Modell hier bei uns erfolgreich wird bleibt erst einmal offen, denn es steht wie bereits oben beschrieben die in diesem Jahr erst späte Verfügbarkeit der Maschinen und der immer noch unbekannte Markenname gegen einen schnellen Erfolgskurs. In der Bestenliste der Zulassungszahlen wird Junak wahrscheinlich auch in diesem Jahr nicht zu finden sein, zumindest nicht in unserem Lande.

Was muss Almot Junak tun um am Markt eine Chance zu haben?

Junak muss sich bewegen sonst wird es auch in diesem Jahr wieder nichts mit den erhofften Marktanteilen in good old Germany, da reichen auch keine engagierten Händler um das Defizit der fehlenden Werbung aufzufangen. Das Problem ist Hausgemacht, ohne effiziente Marketingmaßnahmen und ohne Geld in die Hand zu nehmen wird man auch zukünftig der kleine polnische Unbekannte bleiben der man schon lange ist. Die Produkte sind wie gesagt gut aber wenn dies keiner weiß nutzt das beste und schönste Moped im Laden des Händlers nichts, denn dort wird es im Jahr 2017 wohl verstauben, wenn es denn gegen Mai auch geliefert wird.

Wir wünschen dieser Marke für dieses Jahr alles Gute und viel Erfolg, verdient hätte es die Mannschaft von Junak allemal, aber hätte wäre wenn zählt hier leider nicht……

Natürlich dringt auch dieser Beitrag in die Köpfe der motorradfahrenden Kundschaft ein und macht die Marke Junak somit wieder ein klitze-klitze-kleines Stückchen bekannter. Bitteschön, gern geschehen nach Polen. 😉

Mehr Informationen zu Junak findet Ihr hier:

http://www.junakmotor.de

Weitere Informationen bekommt Ihr auch vom Junak Außendienst, den Ihr hier findet:

http://www.p2sbremen.de

Alle hier ersichtlichen Bilder sind Eigentum von: Mr. Mototeam Ltd – Marktstrasse 2 – 65614 Beselich – Phone: +49 6484 7084998
(Eine Vervielfältigung des Bildmaterials ist nur mit ausdrücklichen Einverständnis des Eigentümers möglich, Downloads nur für den privaten Gebrauch).
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