Hyosung [ – Kein Erfolg geht auch, oder? – ]

 

Ist der Ruf erst ruiniert lebt es sich recht ungeniert …..

Aber Moment mal, hier geht es doch um die koreanische Marke Hyosung also bitte Contenance.

Ein bisschen Hintergrund

Hyosung zählt zu den nicht mehr ganz unbekannten Marken in Deutschland, vor Jahrzehnten hat der Mischkonzern aus Korea im Heimatland die Zweirad Sparte abgespalten und einen eigenständigen Betrieb für Zweiräder auf die Beine gestellt. Ein kurzfristiges Joint Venture mit der japanischen Marke Suzuki stellte sicher das technische Grundlagen weiter ausgebaut werden konnten. Hyosung baute einige Zeit für Suzuki erfolgreich Motorräder die in den verschiedenen asiatischen Ländern vermarktet wurden.

Später produzierte Hyosung für den asiatischen Raum recht erfolgreich eigenständig entwickelte Motorräder mit kleinem Hubraum, nicht gerade unüblich für dieses weit im Osten gelegene Zielgebiet.  Es war nur eine Frage der Zeit bis der Export in westliche Länder angestrebt wurde, exportieren wollte man nicht selbst und suchte nach Importeuren aus anderen Ländern, die waren damals auch für Deutschland schnell gefunden.

Zunächst wurden Fahrzeuge in Form von Motorrollern und Motorrädern bis 125 ccm nach Germany importiert.  Im Jahre 2004 war es dann endlich soweit, das erste „große“ Motorrad die GT 650 kam in unser Land und erinnerte irgendwie an das Konzept der Suzuki SV650. Der Motor, Rahmen und die Abmessungen waren der erfolgreichen Suzuki nicht gerade unähnlich.

Die GT hieß bei Markteinführung „Hyosung Comet 650“, nicht unbedingt ein schmissiger Name für ein Motorrad der Mittelklasse.

Die GT 650i – sieht gut aus und fährt ohne Defekte ganz ordentlich

Die Fachpresse und Kunden waren zunächst nicht abgeneigt und der Verkauf der Fahrzeuge lief für die damals unbekannte Marke gar nicht mal so schlecht, der Preis der Maschinen war auch in dieser Zeit recht attraktiv.

Das Billig nicht gleich gut bedeutet mussten dann viele Hyosung Fahrer feststellen, denn bedingt durch einen unglücklichen Konstruktionsfehler im Motor ging das reihenweise Sterben des selbigen los. Die Auslassventile vom vorderen Zylinder des Motors rissen durch thermische Probleme in Verbindung mit zu kurz gehaltenen Ventilführungen ab, das Ergebnis waren dann kapitale Motorschäden.

Man berichtet das SLS (Sekundärluftsystem) hätte auch eine Teilschuld gehabt, da dieses System kalte Außenluft direkt vor die Auslassventile beförderte, was zu Spannungsrissen an den heißen Ventilen führen konnte.

Hier die letzte Ausbaustufe des Motors im Bild, hält und läuft gut.

Rost an vielen Stellen des Motorrades besonders im Rahmenbereich sowie diverse elektrische Probleme wie sterbende Laderegler und Lichtmaschinen, gaben dem Modell und der Marke den Rest. Kunden Loyalität vorhanden? Mitnichten, denn auch der härteste Kunde hat irgendwann den Papp auf.

Nachdem der Motor dann endlich Standfest wurde, der Rost am Rahmen im Griff war, ging der Verkauf leider immer noch schleppend voran, neue Modelle wie die Gv650 und ST7 folgten, allerdings mit mäßigen Erfolg am Markt. Zu tief saß der Stachel im Fleisch der Kundschaft, bekannte GT650 Probleme wurden auch im Laufe der Jahre einfach nicht beseitigt. Dazu gehören ein stark überdämpftes hinteres Federbein, defekte Seitenständer Schalter, defekte Instrumente, defekte Kupplungen, aufplatzende Sitzbank Bezüge, defekte Wasserkühler.

An den GT650i Modellen gab es dann noch zusätzlich defekte Drosselklappen Potentiometer, defekte Motor-Steuergeräte und eine Vielzahl von Kleinigkeiten die als Gesamtsumme sehr ärgerlich waren bzw. noch sind.

Ist so etwas ein Zeichen von Schläfrigkeit oder einfach nur koreanische Ignoranz? (Das aus Korea auch gute Sachen kommen zeigt uns die PKW Marke Hyundai, Qualitätsprodukte die schon lange am deutschen Markt bestehen und aus der Automobilbranche nicht mehr wegzudenken sind, Samsung will ich wegen der brennenden Akkus eigentlich nicht nennen, uuups…. ).

Schlanke Form mit guter Sitzposition

Technik aus der Steinzeit

Eine Einspritzanlage kam bei den GT und GV Modellen viele Jahre zu spät auf den Markt, auf ein ABS wurde bis heute komplett verzichtet und neue Modelle wie die GD 250i kamen und verschwanden schneller als sie eingeführt wurden. Auch bei einigen GD’s gab es reihenweise Probleme mit der gesamten Fahrzeug Elektrik und den Dichtungen an dem sonst sehr gut gelungenen Einzylindermotor.

Etwas richtig Neues oder gar Innovatives konnte Hyosung in den letzten 10 Jahren nicht abliefern, dazu fehlt es offensichtlich an allen Ecken und Kanten. Echt schade, denn optisch sind die Maschinen aus Korea wirklich sehr gelungen, Optik alleine zählt aber nicht denn fahren muss so ein Motorrad und das vorzugsweise ohne größere Probleme.

Wer hat da das Sagen?

In den vergangen Jahren gab es im Hintergrund von Hyosung mehrere Besitzer, das waren S&T sowie KR-Motors, beide Besitzer haben eines gemeinsam, sie konnten die Qualität der Produkte bis heute nicht deutlich verbessern.

Die Verkaufszahlen sind entsprechend der Gesamtsituation bei uns jährlich immer weiter gesunken so das der Marktanteil von einst fast 3 Prozent, am heutigen Tag eigentlich nicht mehr messbar ist. Daran kann auch eine kleine eingeschworene Gemeinschaft von Hyosung Fahrern nichts mehr ändern.

Optisch up to date, technisch leider rückständig

Wie sieht es heute aus?

Euro 4 gibt es nicht, ein ABS gibt es nicht, neue Motorräder von Hyosung kann man in Deutschland nicht mehr bestellen, was im Umkehrschluss bedeutet das der europäische Markt für KR-Motors scheinbar keine Rolle mehr spielt.

Der Markt in den asiatischen Ländern ist für KR-Motors offenbar groß genug und dort gibt es auch kaum oder keine Garantie Leistungen für die Besitzer einer Hyosung. Der aktuelle deutsche Importeur, dies ist die MSA Gruppe aus Weiden, steht nun vor einem großen Trümmerhaufen.

Die wenigen noch vorhandenen Händler die die Fahne für Hyosung bisher hochgehalten und viel Herzblut in einen hoffnungslosen Plan investiert haben, sitzen nun auch im Regen und müssen den Kunden Rede und Antwort stehen. Meistens war Hyosung nicht die einzige Marke die durch diese Händler vertrieben wurde, was sich jetzt auf jeden Fall auszahlt, alleine mit der in Deutschland momentan toten Marke wäre wohl Land unter.

Können wir denn jetzt alle noch weiterleben?

Zunächst einmal ja, einen Strick muss sich niemand nehmen.

Ist das mit Hyosung nun ein echter Verlust für den deutschen Motorradfahrer? Nein ist es nicht. Es fehlte bei Hyosung scheinbar die letzte Konsequenz und der Wille vernünftige Motorräder zu bauen. Das Konzept war im Ansatz eine gute Idee die offenbar nicht vernünftig zu Ende gedacht worden ist. Diese Marke werden zukünftig wohl die wenigsten Menschen vermissen, viele haben diese auch gar nicht auf dem Schirm und ehrlich gesagt hat man da auch nicht wirklich viel verpasst.

Noch ist die deutsche Webseite von Hyosung online, wer einmal schauen möchte was es da gab der sollte das jetzt machen.

Vielleicht kommt ja aus Korea doch noch etwas Neues, kann ich mir zwar nicht vorstellen aber wer weiß das schon so genau, Asiaten sind ja manchmal absolut unberechenbar…… Continue ????

Wer für den Neukauf eines Motorrads ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung hat muss nicht zwangsläufig Hyosung fahren, denn auch die japanischen Hersteller bieten ihre Fahrzeuge aus der Mittelklasse zu absolut attraktiven Preisen an. Die neue Suzuki SV 650 kostet z.B. gerade einmal 6.390 Euro, ich denke das alle Japaner das bessere Angebot geschnürt haben. Eine junge gebrauchte japanische Maschine hält bei guter Pflege ebenfalls viele Jahre, nur als Information falls es keine neue Maschine sein muss. 😉

Was kommt von MSA?

Hinter vorgehaltener Hand spricht man von Plänen für das Jahr 2019, MSA möchte auf jeden Fall der Imorteur von Hyosung bleiben.

Aus Korea soll zukünftig wohl nichts mehr kommen dann wohl eher aus Richtung China. Das die Chinesen Motorräder bauen können beweisen sie z.B. mit den Marken Zongshen, Benelli und CFMoto, die Asiaten können mittlerweile auch schnell auf die Ansprüche am Markt reagieren, CBS – ABS und Euro 4 sind in China auf jeden Fall kein Problem.

Werden die angeblichen 2019er Modelle dann unter dem Label Hyosung vermarktet? Wir werden es sehen……

Hier geht es zur deutschen Hyosung Webseite:

http://www.hyosung-motors.de

hfclan.de – 2017 –

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Dieser Beitrag wurde im Kradblatt „Das norddeutsche Motorradmagazin“ in der Ausgabe 04/2017 veröffentlicht.

http://www.kradblatt.de

Über Potato 31 Artikel
[=HFC~>Potato - YouTuber, Web Administrator, alter Sack und Call of Duty Spieler der ersten Stunde. Beruflich voll eingespannt. 🙂

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